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Beliebte Bücher zur Kreativität
Nicht das beste Buch, sondern das passende. Sieben Empfehlungen, sortiert danach, was Sie damit vorhaben.
Den Ablauf einer einzelnen Methode braucht heute niemand mehr in einem Buch nachzuschlagen. Er steht auf dieser Seite und auf hundert anderen. Wofür Bücher trotzdem taugen, sind zwei Dinge, die kurze Anleitungen selten liefern. Sie ordnen ein, wann welche Methode passt und warum sie wirkt. Und sie bringen die Erfahrung des Autors mit dem mit, was in echten Gruppen schiefgeht.
Deshalb sortiert diese Liste nicht nach dem besten Buch, sondern danach, was Sie vorhaben.
Kurzübersicht
| Wenn Sie … | Dann |
|---|---|
| zum ersten Mal eine Technik einsetzen wollen | Backerra, Malorny, Schwarz: Kreativitätstechniken |
| regelmäßig Workshops moderieren | Weidenmann: Handbuch Kreativität |
| ein Nachschlagewerk mit vielen Methoden suchen | Luther: Das große Handbuch der Kreativitätsmethoden |
| wissen wollen, was die Forschung sagt | Csíkszentmihályi: FLOW und Kreativität |
| bei sich selbst blockiert sind | Cameron: Der Weg des Künstlers |
| möglichst viele konkrete Übungen wollen | Michalko: Thinkertoys, nur auf Englisch |
| die Quelle der 6-Hüte-Methode lesen wollen | de Bono: Das Sechsfarben-Denken |
Die sieben Titel im Einzelnen
Kreativitätstechniken von Backerra, Malorny und Schwarz
Der schmalste Band der Liste. Und deshalb der beste Einstieg. Rund 120 Seiten, erschienen in der Pocket-Power-Reihe bei Hanser. Er zeigt die gängigen Methoden mit Ablauf, Einsatzgebiet und Beispiel, ohne Umschweife.
Er passt für alle, die eine Technik demnächst anwenden wollen und keine Theorie brauchen. Seine Stärke ist die Kürze, denn nur was kurz ist, wird auch gelesen. Zur Gruppendynamik steht allerdings wenig darin. Wer moderiert, braucht zusätzlich etwas anderes.
Handbuch Kreativität von Bernd Weidenmann
Erschienen bei Beltz in der Reihe Weiterbildung und geschrieben für Menschen, die Gruppen anleiten. Der Unterschied zu reinen Methodensammlungen liegt im Blick auf die Situation. Weidenmann behandelt Einstiege, den Umgang mit Widerstand und den Übergang vom Sammeln zum Entscheiden.
Das Buch richtet sich an Trainerinnen, Moderatoren und Führungskräfte mit regelmäßigen Workshops. Am stärksten sind die Kapitel darüber, was Kreativität in Gruppen verhindert. Als schnelles Nachschlagewerk für eine einzelne Methode ist es dagegen zu ausführlich.
Das große Handbuch der Kreativitätsmethoden von Michael Luther
Das umfangreichste deutschsprachige Nachschlagewerk zum Thema, erschienen bei managerSeminare. Die Methoden sind entlang eines vierschrittigen Problemlöseprozesses geordnet, und darin liegt der eigentliche Wert. Man sieht, an welcher Stelle eine Methode überhaupt gehört.
Es lohnt sich für alle, die beruflich damit arbeiten und ein Standardwerk im Regal haben wollen. Umfang und Ordnung sind seine Stärke, Preis und Gewicht die Kehrseite. Als erstes Buch zum Thema ist es zu viel.
FLOW und Kreativität von Mihály Csíkszentmihályi
Kein Methodenbuch. Die Grundlage. Csíkszentmihályi hat über neunzig anerkannt kreative Menschen aus Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft befragt und daraus abgeleitet, unter welchen Bedingungen kreative Arbeit entsteht. Erschienen ist es bei Klett-Cotta.
Es passt für alle, die verstehen wollen, warum Techniken funktionieren und wo ihre Grenze liegt. Das Buch ordnet das Thema jenseits der üblichen Ratgeberlogik ein. Eine Anleitung für den nächsten Workshop liefert es nicht.
Der Weg des Künstlers von Julia Cameron
Ein zwölfwöchiges Selbstprogramm gegen kreative Blockaden, seit Jahrzehnten ein Bestseller. Der bekannteste Bestandteil sind die Morgenseiten, also jeden Morgen drei Seiten von Hand schreiben, ungefiltert. Das ist im Kern Freewriting mit festem Rhythmus, und es wirkt.
Das Buch passt für alle, die nicht an einer Aufgabe hängen bleiben, sondern an sich selbst. Die Übungen sind konkret, und man kommt ins Tun. Der Ton ist allerdings stellenweise deutlich esoterisch. Wer damit nichts anfangen kann, überliest die Rahmung und behält die Übungen. Das funktioniert.
Thinkertoys von Michael Michalko
Die dichteste Sammlung konkreter Denkwerkzeuge zum Thema, darunter SCAMPER, das auf dieser Seite als eigene Methode beschrieben ist. Jedes Kapitel ist eine Technik mit Beispielen und Übung. Bislang gibt es das Buch nur auf Englisch.
Es lohnt sich für alle, die flüssig Englisch lesen und Material für Jahre wollen. Menge und Anwendbarkeit sind unerreicht. Der amerikanische Ratgeberton ist Geschmackssache, und eine deutsche Ausgabe fehlt.
Das Sechsfarben-Denken von Edward de Bono
Das Original zur 6-Hüte-Methode und zum Begriff des lateralen Denkens. Die deutsche Ausgabe ist seit Jahren nur noch antiquarisch zu bekommen, und wer das Verfahren anwenden will, braucht sie auch nicht.
Interessant ist sie für alle, die wissen wollen, wie de Bono es selbst gemeint hat, nämlich als Denkmodi für die ganze Gruppe und nicht als Rollenverteilung an einzelne Personen. Dieser Unterschied wird in Sekundärquellen bis heute regelmäßig falsch wiedergegeben. Genau deshalb ist das Buch die Mühe wert, auch wenn es schwer erhältlich und sprachlich gealtert ist.
Außerdem häufig genannt
Tom und David Kelley haben mit Kreativität und Selbstvertrauen ein Buch aus der Design-Thinking-Ecke vorgelegt, das vor allem gegen die Überzeugung hilft, nicht kreativ zu sein. Und Tony Buzans Das Mind-Map-Buch behandelt ausführlich eine einzige Methode. Wer nur Mindmapping braucht, ist mit einer Anleitung allerdings schneller.
Wie man ein Methodenbuch liest
Der häufigste Fehler ist, es wie einen Roman zu lesen. Dreißig Methoden hintereinander. Hinterher kann man keine davon.
Besser ist ein enger Kreislauf. Lesen Sie das Inhaltsverzeichnis und wählen Sie eine Methode aus, die zu einem anstehenden Problem passt. Lesen Sie nur dieses Kapitel. Wenden Sie die Methode innerhalb einer Woche einmal an, auch schlecht. Und lesen Sie danach dasselbe Kapitel noch einmal.
Der letzte Schritt ist der, an dem das Buch anfängt, etwas wert zu sein. Beim zweiten Lesen versteht man die Hinweise, die beim ersten Mal wie Nebensätze klangen.
Welche Methode zu welchem Problem passt, klärt in fünf Fragen auch der Methodenfinder. Das geht schneller als jedes Inhaltsverzeichnis.
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Häufige Fragen
Welches Buch eignet sich für den Einstieg in Kreativitätstechniken?
Ein schmales Praxisheft, kein Handbuch. Der Band „Kreativitätstechniken“ aus der Pocket-Power-Reihe von Hanser stellt die gängigen Methoden auf gut hundert Seiten vor, genug um sie anzuwenden und wenig genug, um es tatsächlich zu lesen. Umfangreiche Handbücher lohnen sich erst, wenn man schon weiß, was man sucht.
Welches Buch brauchen Moderatorinnen und Moderatoren?
Eines, das nicht nur Methoden erklärt, sondern die Gruppensituation mitdenkt. Wie eröffnet man, wie geht man mit Vielrednern um, wie kommt man vom Sammeln zum Entscheiden. Das „Handbuch Kreativität“ von Bernd Weidenmann ist dafür geschrieben, ergänzend das „Große Handbuch der Kreativitätsmethoden“ von Michael Luther als Nachschlagewerk.
Lohnt sich ein Buch überhaupt, wenn es alles online gibt?
Für den Ablauf einer einzelnen Methode nicht, der steht auf dieser Seite kostenlos. Bücher lohnen sich für zwei andere Dinge. Für die Einordnung, also wann welche Methode passt und warum sie wirkt, und für die Erfahrung des Autors mit dem, was in echten Gruppen schiefgeht. Beides fehlt in kurzen Anleitungen fast immer.
Muss man solche Bücher von vorn bis hinten lesen?
Nein, und bei Methodenbüchern ist es sogar hinderlich. Der brauchbare Umgang sieht anders aus. Inhaltsverzeichnis lesen, eine Methode auswählen, sie innerhalb einer Woche einmal anwenden, dann zurück ins Buch. Wer dreißig Methoden hintereinander liest, kann hinterher keine davon.
Gibt es gute englischsprachige Bücher, die es nicht auf Deutsch gibt?
Ja. „Thinkertoys“ von Michael Michalko ist die dichteste Sammlung konkreter Denkwerkzeuge zum Thema und liegt bislang nur auf Englisch vor. Wer flüssig Englisch liest, bekommt darin mehr anwendbares Material als in den meisten deutschen Titeln.
Quellen & weiterführende Links
Themenbereich: Kreativitätstechniken
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