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Wie erreicht man Ziele effektiv?
Ideen sind der Anfang. Damit daraus Ergebnisse werden, braucht es klare Ziele, vorweggenommene Hindernisse und überprüfbare Schritte.
Ideen zu haben ist der leichtere Teil, auch wenn sich das im Moment der Ideenfindung selten so anfühlt. Der schwierigere beginnt danach, wenn aus einer Idee ein Ergebnis werden soll. Diese Seite handelt überwiegend von Techniken zur Ideenfindung. Dieser Beitrag handelt von dem, was dahinter kommt.
Beides hängt zusammen. Ein Innovationsworkshop, aus dem keine verbindlichen Schritte hervorgehen, war ein netter Nachmittag. Und ein persönliches Vorhaben, das nur als Vorsatz existiert, ist ein Wunsch.
Warum Vorsätze scheitern
Nicht am Willen. Drei andere Gründe dominieren, und alle drei lassen sich vorher abstellen.
Das Ziel ist zu groß gefasst. „Gesünder leben“ lässt sich nicht anfangen, weil es keinen ersten Schritt gibt, solange unklar bleibt, wohin der Weg überhaupt führen soll.
Hindernisse wurden nicht bedacht. Man plant den guten Fall. Der schlechte tritt trotzdem ein. Dann gibt es keinen Plan.
Es gibt keine Überprüfung. Ohne festen Termin merkt man erst nach Wochen, dass nichts passiert ist. Bis dahin ist es aus dem Kopf.
Schritt 1: Das Ziel überprüfbar machen
Die SMART-Regel ist kein Formalismus, sondern ein Test.
| Beispiel | ||
|---|---|---|
| S | spezifisch | dreimal wöchentlich 30 Minuten laufen |
| M | messbar | Anzahl der Läufe pro Woche |
| A | anspruchsvoll | mehr als das, was ich heute tue |
| R | realistisch | mit meinem Arbeitspensum vereinbar |
| T | terminiert | ab 1. März, Überprüfung am 30. April |
Wie groß der Unterschied ist, zeigt der direkte Vergleich.
| Wunsch | Ziel |
|---|---|
| Ich will mich mehr bewegen | Ab 1. März laufe ich montags, mittwochs und samstags 30 Minuten |
| Wir müssen kundenfreundlicher werden | Bis 30. Juni beantworten wir 90 Prozent der Anfragen innerhalb eines Werktags |
| Ich möchte besser präsentieren | Bis 30. September halte ich zwei interne Vorträge von je 15 Minuten |
Der Unterschied ist nicht kosmetisch. Bei der linken Spalte kann man sich am Jahresende einreden, man habe es doch versucht. Bei der rechten nicht.
Schritt 2: Hindernisse vorwegnehmen
Das ist der Schritt, der am häufigsten fehlt, und laut Forschung der, der den größten Unterschied macht. Positives Ausmalen allein wirkt nicht. Teilweise senkt es die Umsetzungswahrscheinlichkeit sogar, weil sich der Erfolg schon vorweggenommen anfühlt.
Wirksamer ist die Kombination aus Ziel und Hindernis. Gabriele Oettingen hat das als vierschrittiges Verfahren beschrieben. Zuerst der Wunsch, also was will ich erreichen. Dann das Ergebnis, also wie fühlt es sich an, wenn es erreicht ist. Danach das Hindernis, also was in mir selbst steht dem am ehesten im Weg. Und schließlich der Plan, also was tue ich konkret, wenn dieses Hindernis auftritt.
Der dritte Punkt zielt bewusst auf das innere Hindernis und nicht auf äußere Umstände. Nicht „mein Terminkalender“, sondern „ich schiebe es auf, sobald ich abends müde bin“.
Eine schnelle Abkürzung dorthin ist die Kopfstandmethode. „Was müsste ich tun, damit ich dieses Ziel garantiert verfehle?“ Die Antworten kommen in zwei Minuten und stehen meist schon im Kalender.
Schritt 3: Wenn-dann-Pläne bauen
Aus jedem Hindernis wird ein Satz nach dem Muster Wenn Situation, dann Handlung.
| Hindernis | Wenn-dann-Plan |
|---|---|
| Abends zu müde zum Laufen | Wenn ich abends müde bin, dann ziehe ich die Schuhe an und gehe zehn Minuten, mehr muss nicht sein |
| Anfragen bleiben liegen | Wenn eine Anfrage eingeht, dann bekommt sie sofort eine Eingangsbestätigung mit Frist |
| Vortragstermin wird verschoben | Wenn ein Termin ausfällt, dann trage ich noch am selben Tag einen Ersatztermin ein |
Der Wirkmechanismus ist unspektakulär. Die Entscheidung ist bereits getroffen, bevor die schwierige Situation eintritt. Man muss sich im Moment der Müdigkeit nicht mehr überwinden, sondern nur noch ausführen.
Peter Gollwitzer hat diesen Effekt vielfach untersucht. Er ist einer der am besten belegten Befunde zur Umsetzung von Vorhaben.
Schritt 4: Kleine erste Schritte
Der erste Schritt sollte so klein sein, dass es sich gar nicht lohnt, ihn aufzuschieben, weil das Aufschieben mehr Energie kostet als das Tun. Zehn Minuten laufen statt einer Stunde. Eine Seite statt eines Kapitels. Eine E-Mail statt eines Konzepts.
Das ist kein Trick zur Selbsttäuschung, sondern hat einen praktischen Grund. Anfangen ist die Hürde, nicht Weitermachen. Wer zehn Minuten läuft, läuft meistens dreißig. Wer sich dreißig vornimmt, geht oft gar nicht los.
Schritt 5: Überprüfen
Ein fester Termin, wöchentlich, im Kalender. Fünfzehn Minuten. Drei Fragen. Was habe ich gemacht? Was nicht, und was war der konkrete Grund? Was ändere ich für die nächste Woche?
„Keine Zeit gehabt“ ist als Antwort nicht zulässig. Die ehrliche Fassung lautet fast immer, dass man etwas anderes vorgezogen hat. Das ist eine brauchbare Information. Manchmal führt sie zu dem Schluss, dass das Ziel nicht wichtig genug ist. Auch das ist ein Ergebnis, und ein besseres als ein Vorhaben, das sich sechs Monate lang schlecht anfühlt.
Das ausführliche Verfahren dazu steht unter Selbstcoaching.
Was zusätzlich hilft
Eine Person, die nachfragt. Nicht zehn Zuschauer, sondern eine verbindliche Person. Breite Ankündigungen können sogar schaden, weil die Anerkennung für die Ankündigung sich bereits wie ein Teilerfolg anfühlt.
Sichtbarkeit. Ein Blatt an der Wand schlägt eine Datei im Ordner, weil man an der Wand vorbeigeht und den Ordner erst öffnen müsste.
Vorher festlegen, was bei Rückfällen passiert. Einmal aussetzen ist eine Pause, zweimal hintereinander ist ein Muster. Dann wird nicht nachgeholt, sondern der Plan angepasst.
Etappen markieren. Nicht erst am Ziel. Und die Belohnung sollte dem Ziel nicht widersprechen.
Für Ziele im Team
Alles oben Genannte gilt auch für Vorhaben aus Workshops, nur kommt eine Größe dazu. Zuständigkeit. Ein Ziel ohne Namen daneben gehört niemandem. Also niemandem.
Die Nachbereitungstabelle eines Workshops braucht deshalb genau vier Spalten.
| Was | Wer | Bis wann | Woran erkennen wir, dass es erledigt ist |
|---|
Die vierte Spalte wird gern weggelassen und ist die entscheidende. „Kundenbefragung durchführen“ ist erledigt, wenn drei Kunden angerufen wurden, oder erst, wenn ein Bericht vorliegt? Ohne diese Festlegung diskutiert die Runde beim Folgetermin über den Status statt über das Ergebnis.
Häufige Fragen
Was bedeutet SMART bei Zielen?
Spezifisch, messbar, anspruchsvoll oder erreichbar, realistisch und terminiert. Die Regel ist kein Selbstzweck, sondern ein Test darauf, ob sich ein Ziel überhaupt überprüfen lässt. „Mehr Sport machen“ besteht ihn nicht, „bis Ende März dreimal wöchentlich 30 Minuten laufen“ schon.
Warum scheitern die meisten Vorsätze?
Nicht am Willen, sondern an drei Dingen. Das Ziel ist zu groß gefasst, die Hindernisse wurden nicht vorher bedacht, und es gibt keinen festen Termin zur Überprüfung. Wer nur ein Ziel formuliert und dann auf Motivation setzt, hat kein Vorhaben, sondern einen Wunsch.
Was ist ein Wenn-dann-Plan?
Eine vorab festgelegte Reaktion auf eine konkrete Situation. „Wenn ich abends müde nach Hause komme, dann ziehe ich trotzdem die Laufschuhe an und gehe zehn Minuten.“ Solche Vorsatzbildungen wirken, weil die Entscheidung nicht mehr im Moment der Schwäche getroffen werden muss. Sie ist schon getroffen.
Sollte man Ziele öffentlich machen?
Das kommt darauf an. Einer einzelnen Person zu berichten, die nachfragt, erhöht die Verbindlichkeit deutlich. Eine breite Ankündigung kann dagegen kontraproduktiv sein, denn die Anerkennung für die Ankündigung fühlt sich bereits wie ein Teilerfolg an. Eine verbindliche Person schlägt zehn Zuschauer.
Was tun, wenn man zurückfällt?
Vorher festlegen, was dann passiert. Wer erst im Rückstand überlegt, wie es weitergeht, hört meist ganz auf. Eine brauchbare Regel lautet, dass einmal aussetzen eine Pause ist und zweimal hintereinander ein Muster. Dann wird nicht nachgeholt, sondern der Plan angepasst.
Quellen & weiterführende Links
Themenbereich: Ideen
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