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Das richtige Werkzeug beim Einsatz von Kreativitätstechniken

Welches Werkzeug zu welcher Technik passt, von der Pinnwand über den Timer bis zur Software. Und was man getrost weglassen kann.

Veröffentlicht am 17.06.2012 Aktualisiert am 06.08.2026

Illustration zum Thema Werkzeug für Kreativitätstechniken

Kreativitätstechniken brauchen wenig Material. Das wenige muss stimmen. Nichts bremst eine Runde zuverlässiger als vier Stifte für zehn Personen. Oder eine Pinnwand, an der nichts hält.

Dieser Beitrag sortiert, was tatsächlich gebraucht wird, was nur mitgeschleppt wird und wie die Ergebnisse anschließend so aufbereitet werden, dass jemand danach entscheiden kann.

Die Packliste

UnverzichtbarWarumMenge für 10 Personen
Moderationskarten, 3 bis 4 Farbenein Gedanke pro Karte, später gruppierbar200 Stück
Dicke Filzstiftedünn geschriebene Karten liest niemand von der Wand12, einer je Person plus Reserve
Pinnwände oder freie WandflächeErgebnisse bleiben den ganzen Tag sichtbarmindestens 2
Klebepunkteschnellste Form der Bewertung3 pro Person und Bewertungsrunde
Kreppbandhält an fast jeder Wand, geht rückstandslos ab1 Rolle
Sichtbarer Timerbeendet Phasen, ohne dass ein Mensch mahnt1
Flipchart mit Papierfür Überschriften, Regeln, Zwischenstände1
Getränke im Raumjede Suche nach Kaffee ist eine Unterbrechungreichlich

Daneben gibt es Material, das sinnvoll ist, ohne das eine Runde aber auskommt.

Sinnvoll, aber verzichtbarWofür
Beamer und LaptopEinführung, Zahlen, Wettbewerbsbeispiele, nicht die Arbeitsphase
Kamera oder HandyPinnwände fotografieren, bevor abgebaut wird
Vorbereitete VorlagenFormblätter für die 635-Methode, Rasterbögen für den morphologischen Kasten
BildkartenReizwörter für die Reizwortanalyse
Musikfür Einzelarbeitsphasen, nicht für Gespräche

Und schließlich das, was zu Hause bleiben kann.

Getrost weglassenWarum
Moderationskoffer mit 40 FächernSie nutzen fünf davon
Namensschilder mit AufstellerKreppband und Filzstift genügen
Ausgedruckte Handouts der Methodeliest niemand während des Workshops
Bastelmaterial zur Auflockerungwirkt schnell aufgesetzt und kostet Zeit

Warum Papier meistens gewinnt

In Präsenzrunden ist Papier der digitalen Lösung fast immer überlegen, aus drei nüchternen Gründen.

Alles ist gleichzeitig sichtbar. An einer Pinnwand hängen sechzig Karten nebeneinander, während man auf einem Bildschirm immer nur einen Ausschnitt davon sieht und ständig scrollen muss. Gerade beim Gruppieren entscheidet der Überblick.

Jeder kann gleichzeitig arbeiten. Zehn Menschen schreiben gleichzeitig auf Karten, während an einem Laptop immer nur eine Person tippt und alle anderen zusehen.

Keine Bedienung lenkt ab. Wer überlegt, wie man das Kästchen verschiebt, überlegt nicht mehr über das Thema.

Digital wird interessant bei verteilten Teams und bei der Nachbereitung. Ein Foto der Pinnwand ist ein Beleg und keine Arbeitsgrundlage. Für die Weiterarbeit müssen die Ergebnisse ohnehin abgetippt werden.

Werkzeug je Technik

TechnikBraucht
BrainstormingFlipchart oder Pinnwand, Karten, Stifte, Timer
BrainwritingKarten, Stifte, Pinnwand zum Clustern
635-Methodevorbereitete Formblätter, Stifte, Timer
Mindmappinggroßes Blatt quer, mindestens vier Farben
ReizwortanalyseWörterbuch, Bildkarten oder Reizwort-Generator
Morphologischer KastenRasterbogen oder die Online-Vorlage
6-Hüte-Methodesechs farbige Karten, Notizmaterial, Timer
World Caférunde Tische, Papiertischdecken, dicke Stifte

Der Raum

Material ist das eine, der Raum das andere. Vier Punkte machen mehr aus als jeder Moderationskoffer.

Tageslicht. Nach vier Stunden ohne Fenster ist keine Runde mehr produktiv.

Bewegliche Möbel. Ein festverschraubter Konferenztisch verhindert jede Formatänderung.

Wandfläche. Mindestens vier laufende Meter, an denen etwas hängen darf.

Stehmöglichkeit. Mindestens eine Phase im Stehen verändert die Dynamik deutlich.

Ein fünfter Punkt kostet nichts. Handys gehören aus dem Raum oder in eine Kiste. Nicht aus Strenge, sondern weil ein einziger Blick aufs Display den Gedankengang unterbricht, auch bei allen anderen, die es sehen.

Die Ergebnisse präsentieren

Nach dem Workshop müssen die Ergebnisse so aufbereitet werden, dass jemand darauf eine Entscheidung stützen kann. Meist heißt das, eine Präsentation zu bauen.

Der Aufbau geht vom Groben ins Feine. Erst die Ausgangslage, dann das Vorgehen, dann die Ergebnisse, am Ende die Empfehlung mit Alternativen. Wer mit dem Detail beginnt, verliert die Zuhörer, bevor sie wissen, worum es geht.

Für die Form haben sich fünf Regeln bewährt. Halten Sie ein Farbschema konsequent durch. Nutzen Sie eine Schriftart und höchstens drei Größen. Lassen Sie die Folie die Aussage zeigen und den Vortrag die Erklärung liefern. Legen Sie Fotos der Pinnwände als Beleg bei, nicht nur die verdichtete Fassung. Und machen Sie die letzte Folie zu einer Tabelle mit Aufgabe, Name und Datum.

Dieser letzte Punkt entscheidet, ob aus dem Workshop etwas wird. Alles davor ist Bericht.

Ein Hinweis zur Vollständigkeit gehört noch dazu. Legen Sie die verworfenen Ideen bei, wenigstens als Liste im Anhang. Erstens sieht man daran, wie gründlich gearbeitet wurde. Zweitens taucht in Folgeprojekten regelmäßig eine Frage auf, die dort schon beantwortet ist.

Die wichtigste Zutat ist keine Zutat

Am Ende entscheidet nicht der Koffer, sondern die Zusammensetzung der Runde. Ein bunter Mix aus Fachbereichen, Erfahrungsstufen und Denkweisen bringt mehr als jedes Material. Eine homogene Runde mit dem besten Werkzeug produziert homogene Ergebnisse.

Wie diese Mischung aussehen sollte, steht ausführlich unter Innovationsworkshop.

Häufige Fragen

Was gehört in einen Moderationskoffer?

Moderationskarten in drei bis vier Farben, dicke Filzstifte in ausreichender Zahl, Klebepunkte, Kreppband, Pinnnadeln und ein Marker für die Pinnwandüberschriften. Alles andere ist Zugabe. Wichtiger als der Umfang ist die Menge. Ein Stift pro Person, nicht drei für die ganze Runde.

Pinnwand oder Beamer?

Pinnwand, wann immer es geht. Was an der Wand hängt, bleibt während des ganzen Workshops sichtbar und lässt sich umhängen, gruppieren und ergänzen. Eine Präsentationsfolie ist weg, sobald die nächste kommt. Der Beamer gehört in die Einführung und nicht in die Arbeitsphase.

Welche Software eignet sich für Kreativworkshops?

Für verteilte Teams digitale Whiteboards, für Mindmaps spezialisierte Mindmap-Programme, für die Ergebnispräsentation eine übliche Präsentationssoftware. Bei Präsenzworkshops ist Papier fast immer schneller. Der Wechsel zur Software lohnt sich erst bei der Nachbereitung.

Wie viel Zeit braucht die Vorbereitung des Materials?

Rechnen Sie mit 30 bis 45 Minuten vor Ort. Pinnwände aufstellen, Karten und Stifte verteilen, Überschriften vorbereiten, Timer aufbauen. Wer erst mit den Teilnehmern gemeinsam anfängt zu suchen, verliert die ersten zwanzig Minuten und die Konzentration gleich mit.

Braucht man wirklich einen Timer?

Ja, und zwar einen sichtbaren. Er nimmt der Moderation die undankbare Rolle des Mahners ab. Nicht ein Mensch beendet die Runde, sondern die Zeit. Das verändert die Stimmung spürbar.

Themenbereich: Innovationsmanagement

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