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Kreativitätstechniken im Überblick
Jede Kreativitätstechnik beantwortet eine andere Frage: Wie kommen wir auf viele Ideen, wie verbessern wir etwas Bestehendes, wie sehen wir ein Problem von einer anderen Seite, und wie entscheiden wir am Ende? Diese Seite ordnet die Methoden nach genau diesen Fragen. Jeder Steckbrief nennt Teilnehmerzahl, Dauer und Material, damit Sie die Technik am nächsten Tag anwenden können.
Wer nicht lange suchen will, beantwortet im Methodenfinder fünf Fragen und bekommt die passende Technik genannt.
Ideen erzeugen
Techniken für die erste Phase: möglichst viele und möglichst verschiedene Ideen, ohne Bewertung. Laut oder still, in der Gruppe oder allein.
Brainstorming: Ablauf, Regeln und Beispiele
Die bekannteste Kreativitätstechnik und die am häufigsten falsch durchgeführte. Woran es meist liegt und wie es besser geht.
Brainwriting: still zum Erfolg
Die stille Variante des Brainstormings. Jeder schreibt zuerst für sich, was Ideen vor lauten Stimmen schützt und Zurückhaltende ins Spiel bringt.
635-Methode
Sechs Teilnehmer, drei Ideen, fünf Weitergaben. Ein strenges Schema, das in einer halben Stunde bis zu 108 ausformulierte Ideen erzeugt, ohne Moderation und ohne Diskussion.
Mindmapping
Gedanken sichtbar verzweigen. Vom zentralen Begriff aus wächst eine Karte aus Ästen und macht Zusammenhänge sichtbar, die in einer Liste untergehen.
Reizwortanalyse
Der Umweg über ein fremdes Wort. Zufällige Begriffe erzwingen Gedankensprünge, auf die man von allein nicht kommt.
Kopfstandmethode
Die Frage umdrehen und nach dem sichersten Weg ins Scheitern suchen. Klingt albern, löst aber Denkblockaden schneller als jede ernsthafte Runde.
Brainstorming-Varianten
Wenn die Runde zum dritten Mal dieselben Ideen liefert, hilft keine neue Frage, sondern eine andere Form. Sieben Abwandlungen, sortiert nach der Stellschraube, an der sie drehen.
Galeriemethode
Skizzieren statt reden. Eine Kreativitätstechnik für alles, was sich zeichnen lässt, mit fünf Phasen, einem Zeitplan und einem Empfangsbereich als Beispiel.
Laterales Denken
Eine Aussage, die niemand begründen muss, und eine Idee, auf die der gerade Weg nicht führt. Der Oberbegriff hinter Kopfstand und Reizwort, als Technik und als Übung.
Systematisch weiterentwickeln
Techniken, die von etwas Vorhandenem ausgehen: einem Produkt, einem Ablauf, einer Entscheidung. Sie zerlegen die Aufgabe in Merkmale oder Blickwinkel und arbeiten sie der Reihe nach ab.
Morphologischer Kasten
Ein Problem in Merkmale zerlegen, für jedes Merkmal Alternativen sammeln und daraus systematisch neue Kombinationen bauen. Die gründlichste Kreativitätstechnik.
SCAMPER-Methode
Sieben Fragen an ein bestehendes Produkt, und aus etwas Vorhandenem wird etwas Neues. Die schnellste Methode, wenn nicht das weiße Blatt das Problem ist.
6-Hüte-Methode
Sechs Blickwinkel nacheinander statt durcheinander. Die Methode trennt Fakten, Gefühl und Kritik und beendet damit die meisten Endlosdiskussionen.
Walt-Disney-Methode
Erst träumen, dann planen, dann kritisieren, und zwar nacheinander statt gleichzeitig. Drei Rollen, die verhindern, dass eine Idee im Keim zerredet wird.
Bewerten und verstehen
Was nach der Ideensammlung kommt: auswählen, bewerten, verstehen, warum manche Sitzungen nichts bringen.
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World Café
Wechselnde Tischrunden statt Podium. Ein Format, mit dem auch 100 Menschen ein echtes Gespräch führen und am Ende ein gemeinsames Bild entsteht.
Neue Ideen durch Inspiration
Ideen entstehen selten aus dem Nichts. Wer gezielt Eindrücke sammelt, gibt dem Kopf Material zum Kombinieren.
Gedächtnistraining: spielerisch geistig fit bleiben
Regelmäßig statt viel. Zwölf Übungen, die sich in den Alltag einbauen lassen, und eine ehrliche Antwort auf die Frage, was davon wirklich etwas bringt.
Kreatives Schreiben: Übungen
Übungen, die den inneren Zensor ausschalten und den Ideenfluss in Gang bringen, auch für alle, die nicht schreiben, sondern denken wollen.
Selbstcoaching
Sich selbst die Fragen stellen, die sonst ein Coach stellt. Ziele klären, Maßnahmen ableiten, den Fortschritt selbst überprüfen.
Beliebte Bücher zur Kreativität
Nicht das beste Buch, sondern das passende. Sieben Empfehlungen, sortiert danach, was Sie damit vorhaben.
Welche Technik wann?
Richtwerte aus den Steckbriefen. Teilnehmerzahl und Dauer sind Erfahrungswerte, keine Norm.
| Technik | Teilnehmer | Dauer | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Brainstorming: Ablauf, Regeln und Beispiele | 5 bis 12 Personen | 30 bis 60 Minuten | schnell viele Ideen zu einer klar umrissenen Frage |
| Brainwriting: still zum Erfolg | 4 bis 12 Personen | 20 bis 40 Minuten | gemischte Gruppen, zurückhaltende Teilnehmer, heikle Themen |
| 635-Methode | genau 6 Personen, Abweichungen möglich | 30 Minuten reine Bearbeitung | in kurzer Zeit viele ausformulierte Ideen |
| Mindmapping | allein oder in kleiner Gruppe | 15 bis 45 Minuten | Themen strukturieren, Zusammenhänge sichtbar machen |
| Reizwortanalyse | 1 bis 8 Personen | 30 bis 45 Minuten | festgefahrene Themen wieder in Bewegung bringen |
| Kopfstandmethode | 4 bis 12 Personen | 45 bis 60 Minuten | festgefahrene Runden lösen, blinde Flecken finden |
| Brainstorming-Varianten | 4 bis 30 Personen, je nach Variante | 20 bis 60 Minuten | wenn das klassische Brainstorming nicht mehr trägt |
| Galeriemethode | 4 bis 12 Personen | 60 bis 90 Minuten | Gestaltungs- und Planungsfragen, alles mit einer Anordnung |
| Laterales Denken | 1 bis 8 Personen | 15 bis 45 Minuten | festgefahrene Fragen, Routinen aufbrechen, allein am Schreibtisch |
| Morphologischer Kasten | 1 bis 6 Personen | 60 bis 120 Minuten | Produkte und Konzepte systematisch durchvariieren |
| SCAMPER-Methode | 1 bis 8 Personen | 45 bis 90 Minuten | Bestehendes gezielt weiterentwickeln |
| 6-Hüte-Methode | 3 bis 10 Personen | 45 bis 90 Minuten | Ideen bewerten, Entscheidungen vorbereiten, Endlosdiskussionen beenden |
| Walt-Disney-Methode | 1 Person oder 3 bis 8 im Team | 60 bis 90 Minuten | eine vorhandene Idee auf Tragfähigkeit prüfen |
| Ideen bewerten und auswählen | 4 bis 20 Personen | 30 bis 90 Minuten | nach jeder Sammelphase, sobald mehr Ideen da sind als Zeit |
| World Café | 12 bis 200 Personen, ideal 20 bis 60 | 2 bis 3 Stunden | viele Menschen zu einer Frage ins Gespräch bringen |
| Gedächtnistraining: spielerisch geistig fit bleiben | allein oder zu zweit | 10 bis 20 Minuten täglich | Merkfähigkeit üben, geistig beweglich bleiben |
| Kreatives Schreiben: Übungen | allein oder in der Gruppe | 10 bis 30 Minuten je Übung | Schreibblockaden lösen, Formulierungen finden, Ideenfluss anregen |
| Selbstcoaching | allein | 60 bis 90 Minuten für den ersten Durchgang | berufliche und persönliche Ziele sortieren |
Häufige Fragen
Welche Kreativitätstechnik eignet sich für Anfänger?
Brainwriting und die 635-Methode. Beide laufen schriftlich, brauchen keine geübte Moderation und liefern in einer halben Stunde ein greifbares Ergebnis. Brainstorming wirkt einfacher, scheitert in ungeübten Gruppen aber oft an zu früher Bewertung.
Was ist der Unterschied zwischen intuitiven und systematischen Techniken?
Intuitive Techniken wie Brainstorming oder Reizwortanalyse setzen auf Assoziation und Tempo. Systematische Techniken wie der morphologische Kasten oder SCAMPER zerlegen eine Aufgabe in Merkmale und arbeiten sie der Reihe nach ab. Intuitiv passt zu offenen Fragen, systematisch zu bestehenden Produkten und Abläufen.
Wie viele Personen braucht eine Kreativitätstechnik?
Die meisten Gruppentechniken funktionieren mit vier bis acht Personen. Mindmapping, SCAMPER und der morphologische Kasten lassen sich auch allein anwenden. Ab etwa zwölf Teilnehmern braucht es Formate wie das World Café, die in Kleingruppen arbeiten.
Wie lange dauert eine Kreativsitzung?
Zwischen 30 und 90 Minuten, je nach Technik. Länger wird selten besser: Die Ideenqualität fällt nach einer Stunde deutlich ab. Wer mehr Zeit hat, teilt sie in zwei Sitzungen mit einer Nacht dazwischen.