Workshop-Material

Moderationskarten: Formate, Farben, Menge

Rechteck, Oval, Kreis: Was wofür, wie viele je Person, und warum Farben nichts bedeuten, bis die Moderation es sagt.

Veröffentlicht am 06.11.2026 Aktualisiert am 13.10.2026

Aufgefächerter Stapel Moderationskarten in drei Formen und drei Farben auf hellem Holz, daneben ein dicker Filzstift

Moderationskarten gibt es in drei Formen, und jede hat im Workshop eine andere Aufgabe: Das Rechteck trägt den Beitrag, das Oval die Frage, der Kreis die Nummer oder das Gewicht. Farben bedeuten nichts, bis die Moderation es festlegt. Mit dieser Verabredung und einem dicken Stift ist die Karte das wichtigste Stück Workshop-Material überhaupt.

Drei Formen: Rechteck, Oval, Kreis

Formübliches MaßAufgabe im WorkshopBeispiel
Rechteck20 × 10 cmder Beitrag, ein Gedanke je Karte„Rückrufservice abends”
Oval19 × 11 cmdie Frage über der Sammlung, Überschriften von Gruppen„Warum verlieren wir Kunden?”
Kreismeist 10 cmNummern, Zwischenüberschriften, Gewichte„1”, „2”, „Top 3”
Wolke, StreifenverschiedenTitel der Wand, Ergebnissätze„Ergebnis Runde 2”

Diese Zuordnung ist Konvention, kein Gesetz. Sie hat sich durchgesetzt, weil die Gruppe nach zwei Minuten weiß, was eine Form bedeutet, ohne zu lesen. Wer die Rollen tauscht, verliert diesen Vorteil.

Für die meisten Workshops reichen Rechtecke und ein paar Ovale. Die Kreise braucht man beim Ordnen und beim Bewerten mit Klebepunkten, die Wolken nur, wer Wände fotografiert und die Fotos später noch lesen will.

Farben: Verabredung statt Bedeutung

Keine Farbe hat eine festgelegte Bedeutung. Hersteller verkaufen Sets mit sechs oder acht Farben, manche mit noch mehr, und keine davon heißt „Problem” oder „Lösung”, bis die Moderation es sagt.

Die Verabredung ist einfach. Eine Farbe je Frage, wenn mehrere Fragen gleichzeitig gesammelt werden. Eine Farbe je Gruppe, wenn mehrere Gruppen an einer Wand arbeiten. Weiß oder Gelb für Überschriften, weil die Moderation sie schreibt. Die Verabredung wird vor der stillen Phase einmal laut gesagt und auf eine Karte geschrieben, die oben an der Wand hängt.

Ohne Verabredung trägt die Wand keine Information. Dann hängen rosa Karten neben grünen, weil der Stapel gerade so lag, und niemand kann später sagen, ob die Farbe etwas bedeutete. Die Hochschule Osnabrück rät in ihrer Anleitung zur Metaplanwand, Formen und Farben gezielt zu variieren, aber dabei nicht zu übertreiben.

Wie viele Karten brauchen Sie?

Die Menge hängt von der Methode ab, und sie ist höher, als die meisten schätzen.

MethodeKarten je Person und Runde10 Personen16 Personen
Kartenabfrage (Brainwriting)5 bis 850 bis 8080 bis 130
Brainwriting-Pool8 bis 1080 bis 100130 bis 160
Ordnen nach dem Brainstorming2 bis 3 (Überschriften)20 bis 3030 bis 50
635-Methode0, läuft auf FormblätternFormblattFormblatt

Ein Workshoptag mit zwei Kartenabfragen und zehn Personen verbraucht also 100 bis 160 Rechtecke und 20 bis 30 Ovale. Ein 250er-Set reicht für zwei solche Tage, ein 500er-Set für ein Quartal. Wer einen gefüllten Koffer besitzt, hat die Karten, und was ihm fehlt, sind die Stifte.

Beschriften: so bleibt es lesbar

Die Karte wird aus zwei bis drei Metern gelesen, von Menschen, die gerade etwas anderes denken. Dafür gibt es fünf Regeln, und die Anleitung der Hochschule Osnabrück nennt die wichtigste: maximal zwei bis drei Zeilen auf eine Karte, groß und deutlich.

  • Ein Gedanke je Karte. Zwei Gedanken lassen sich später nicht getrennt umhängen.
  • Drei bis sieben Wörter. „Rückrufservice abends” statt „Wir sollten abends zurückrufen”.
  • Druckbuchstaben, nicht Großbuchstaben, wie die Anleitung der Hochschule eigens anmerkt. Schwarz oder blau, mit Keilspitze.
  • Substantive vor Verben, weil sie sich sortieren lassen.
  • Die Karte quer, der Text in der Mitte, Rand frei für Punkte.

Aufgefächerte Moderationskarten in drei Formen und drei Farben neben einem Filzstift Rechtecke, Ovale und Kreise aus einem Set, daneben der Stift mit Keilspitze.

Papier: Grammatur, Recycling, Haftung

Karten mit 150 bis 180 g/m² stehen an der Wand gerade und überleben drei Umhängungen. Dünnere Karten wellen sich beim Schreiben mit nassen Stiften. Die Angaben stammen aus den Herstellerdaten: Staufen druckt auf 180 g, OfficeTree und MAUL auf 150 g. Die Klassiker liegen darunter, Franken nennt für seine Rechtecke 130 g aus 100 Prozent Altpapier, magnetoplan und Sigel 120 g. Für eine Kartenabfrage, die am Abend abgehängt wird, reicht das. Der Unterschied zeigt sich beim dritten Umhängen.

Recyclingkarton gibt es inzwischen von mehreren Anbietern, perfect line etwa in hellen und in kräftigen Farben, beide mit Blauem Engel. Für die Lesbarkeit gilt: helle Karten für schwarzen Text, kräftige Farben für Überschriften, die auch von hinten erkannt werden sollen.

Zwei Sonderformen sparen die Pinnwand. Elektrostatische Karten haften durch Aufladung an Glas, Tür und glatter Wand, ohne Nadel und ohne Kleber. Selbstklebende Karten funktionieren wie große Haftnotizen. Beide eignen sich für Räume, in denen keine Pinnwand steht, und beide lassen sich seltener umhängen als genadelte Karten.

Das Wort Metaplankarte, das viele dafür verwenden, ist übrigens ein Markenname. Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung weist darauf hin, dass die Metaplan-Moderationsmethode eingetragenes Warenzeichen der Firma Metaplan in Quickborn ist. Die Karten selbst kann jeder herstellen.

Welche Moderationskarten kaufen?

Für den Einstieg ein Set mit drei Formen in sechs Farben, etwa 750 Karten. Es liefert die Ovale und Kreise für ein Jahr und füllt den Koffer nach. Die 250 Rechtecke darin sind nach zwei Workshoptagen aufgebraucht. Wer regelmäßig Kartenabfragen macht, kauft Rechtecke dazu, in 500er-Packungen, farbsortiert.

Für Räume ohne Wand die elektrostatischen Karten, für häufiges Umhängen die 180-g-Karten von Staufen. Franken, magnetoplan, Sigel und Staufen sind die bekannten Namen. Die jüngeren Anbieter wie OfficeTree und perfect line liegen bei Format und Grammatur gleichauf, nur der Name ist weniger geläufig. Die Packliste im Beitrag über das richtige Werkzeug nennt die Mengen für zehn Personen.

Vor dem Kauf prüfen Sie vier Dinge:

  • Grammatur ab 150 g/m², wenn Karten oft umgehängt werden
  • Format 20 × 10 cm für die Rechtecke, sonst passen sie nicht neben die Karten aus dem Koffer
  • höchstens sechs Farben
  • Lieferung farbsortiert, nicht gemischt, sonst sortiert jemand eine Stunde

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Moderationskarten und Metaplankarten?

Keiner in der Sache. Metaplan ist der Name einer Firma in Quickborn, die die Kartenmoderation bekannt gemacht hat, und das Wort ist als Marke geschützt. Hersteller schreiben deshalb Moderationskarten oder Präsentationskarten, Händler verwenden beides nebeneinander.

Welche Grammatur sollten Moderationskarten haben?

150 bis 180 g/m² für Karten, die oft umgehängt werden. Die 180-g-Karten von Staufen fühlen sich an wie dünner Karton, die 150-g-Sets von OfficeTree und MAUL reichen für normale Workshops. Die 120- bis 130-g-Karten von Franken, magnetoplan und Sigel genügen für eine Abfrage, die am selben Tag abgehängt wird.

Wie viele Farben braucht ein Set?

Vier reichen für fast alle Methoden. Eine Farbe je Frage, eine Farbe für Überschriften, eine Reserve. Sets mit acht oder mehr Farben verleiten dazu, Farben ohne Verabredung zu mischen, und dann trägt die Wand keine Information mehr.

Kann ich Moderationskarten ohne Pinnwand verwenden?

Ja, auf drei Wegen. Elektrostatische Karten haften an Glas und glatten Wänden, selbstklebende Karten funktionieren wie große Haftnotizen, und auf einem Tisch lassen sich Karten auslegen und schieben. Für das Gruppieren vor zehn Personen bleibt die senkrechte Fläche besser, weil alle gleichzeitig sehen.

Beschriften mit Kugelschreiber oder Filzstift?

Filzstift mit Keilspitze, zwei bis fünf Millimeter. Ein Kugelschreiber ist aus zwei Metern unlesbar, und genau dort steht die Gruppe. Schwarz oder Blau für den Text, Rot nur für Überschriften oder Gewichtung.

Wie bewahrt man angefangene Sets auf?

Nach Farbe und Form sortiert in Fächern oder Gummibändern, liegend, trocken. Karten, die ein Jahr in der Sonne lagen, vergilben an der Kante. Beschriebene Karten aus abgeschlossenen Workshops wandern nach dem Fotoprotokoll ins Altpapier, nicht zurück ins Set.

Quellen & weiterführende Links

Themenbereich: Workshop-Material

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